Mephisto erscheint an der Schwelle, eisenhart in seiner Gewissheit, das Metronom der Verdammnis in seiner Brust schlagend. Er hat jeden Schritt kalkuliert, jeden Kompromiss, jeden flagranten Bruch von Fausts Bündnis. Die Seele müsste sein sein. Er greift zu, um einzufordern, was geschrieben steht — und die Maschinerie seines Triumphs klemmt. Der Empfänger leistet Widerstand. Nicht durch plötzliche Frömmigkeit, sondern durch etwas, das der Teufel nie vollständig erfasst hat: Genau die Rastlosigkeit, die er zur Waffe machte, hat sich verwandelt. Fausts Hunger — jene schreckliche, unmenschliche Kraft, die ihn zur Übertretung trieb — wird zum Motor seiner Rettung. Höhere Mächte greifen ein, nicht als nachträglicher Einfall, sondern als orchestrale Notwendigkeit. Mephisto steht schockierend mit leeren Händen da, seine Eleganz ist in Zorn umschlagen, seine Ironie wird gegen ihn selbst gewandt. Die Seele entweicht nach oben. Transzendenz erwartet sie dort, wohin die Kalkulation nicht folgen kann. Der Teufel zieht sich zurück, überflügelt nicht durch Tugend, sondern durch Gnade — und durch das Paradoxon, dass Streben selbst, wenn es bis zur ultimativen Prüfung verfolgt wird, zu eben jenem Ding wird, das den Handel transzendiert. Selbst Mephisto hätte dieses Ende nicht vorhersehen können. Faust ebenso wenig.